Nun ist auch schon die 19. Saison Geschichte! Es war ja ein Jahrhundertsommer für Urlauber. Als Landwirt war es einfach nur eine katastrophale  Dürre!!!

Das Gesinde wieder besonders gefordert, da ich immer noch ausgefallen bin. Mein geliebtes Kopfsteinpflaster hat eben auch für Rollatoren-und oder- Rollstuhlbenutzer große Nachteile. Aber wie das im Leben so ist.

Man muss erst selbst im „Dreck“ sitzen, um zu riechen, wie der stinkt! Das Gesinde hat Großartiges geleistet, denn der Juli und August waren rappelvoll. Zumal ich auch noch im Juli mit einer erneuten Kur versucht habe wieder auf die Beine zu kommen. Leider ist dies nur insoweit gelungen, das ich jetzt mit dem Rollator allein wenigstens bis zu meiner geliebten Hofbank komme, um dort mit den Gästen ein bisschen schwatzen zu können.

In Begleitung habe ich es auch schon zu Arabella III. und ihrem Verlobtem Ambrosius IV. geschafft. Nur durch „alte Seilschaften“ unter uns Insulanern ist es mir überhaupt gelungen, noch Ferkel zu kaufen. Die Freilandanlage in Mellenthin gibt es ja leider nicht mehr! Die Bürokratie sowie die verbreitete Panik wegen der sogenannten Schweinepest hat die Agrargenossenschaft zur Aufgabe der Zucht gezwungen. Schade!!!

Nun haben wir halt fast rosarote Ferkelchen, die es genießen in der Erde zu buddeln, ein Schlammbad zu nehmen und von den Gästen mit gepflückten Gräsern oder gesammelten Eicheln gefüttert zu werden. Am liebsten hätte ich das kleine Schwein auf den Schoß genommen und geknuddelt. Aber man kann eben nicht alles haben…

Cindy unsere „Azubine“ hat sich wie erwartet voll in das Gesinde integriert und absolviert jetzt ihren ersten Berufsschulturnus. Wie erwartet sieht sie die Arbeit, ist fleißig und kann mit Kindern toll umgehen. Im Januar, Februar und März wird sie dann in der Verbundausbildung in DAS Ahlbeck die Dinge lernen, die wir ihr hier nicht beibringen können.

Die 40 Rauchschwalben- und 65 Mehlschwalbenpaare sind mit ihrer Nachzucht längst in den Süden aufgebrochen. Endlich gibt es auch noch mehr  „Zuchterfolge“ von den Meerschweinchen zu berichten. Viele Junge wurden gesehen und wir hoffen, dass es nun, wo der Bann gebrochen ist noch mehr werden. Bald werden sie auch wieder in das Frost und Regenwasser sichere Winterquartier umziehen.

In diesem Jahr werden wir die Kühe ab November bis zum Frühjahr in die Freilandherde unseres Nachbarn integrieren. Das spart zum Einen Arbeitszeit und zum Anderen das in diesem Jahr auf Grund der Witterung sehr knappe Heu! Auch ist es mir gesundheitlich eben immer noch nicht gegeben einen neuen Fritz aufzuziehen. So wird sich der Freilandbulle hoffentlich auch bei Jessi II und III als Bräutigam „darstellen“.

Allerdings gibt es auch etwas Trauriges zu berichten. Unsere Käthe ist seit dem 16. August verschwunden…

Trotz Aushänge in der Umgebung und allen möglichen Formen der Recherche konnten wir bisher keine Spur von ihr entdecken. Leider hatte sie ja als absolute „Touristenkatze“ die dumme Angewohnheit auch mal gern in fremde Autos zu steigen. Alle Hausgäste, die in dieser Zeit abgereist sind haben wir kontaktiert, aber außer lieben, tröstenden und bedauernden Worten kein Ergebnis. Trotzdem geben wir die Hoffnung noch nicht auf!

Die spät am 19. August begonnene Hirschbrunft halte wieder bis in den späten September hinein über Wiesen und Wälder….

Nun ist der Herbst nach goldenen Zeiten mit aller Wucht eingekehrt. Die Masse an Eicheln ist kaum zu bewältigen und wir hoffen, dass der alte Bauernspruch „Eichelmast“ sagt harten Winter voraus, wie so viele andere Bauernsprüche nicht mehr stimmt…

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